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Symbolbild Digitale Souveräntitä: Europa mit roten Vernetzungslinien

Das Gebot der Stunde: digitale Souveränität

Wo liegen Ihre Daten und welchem Recht unterliegen sie?

Daten sind zentraler Rohstoff der digitalen Wirtschaft. Wer sie kontrolliert, sichert sich die langfristige Wettbewerbs­fähigkeit. Digitale Souveränität gewinnt massiv an Bedeutung und damit die Frage, wo Daten gespeichert werden und welchem Recht sie unterliegen. Es geht um die digitale Selbstbestimmung.

Quelle: netzwoche

Viele Unternehmen prüfen derzeit sehr genau, wo ihre Daten gespeichert und unter welchen rechtlichen Rahmenbedingungen sie verarbeitet werden. Besonders gefragt sind In­frastrukturen, die sich innerhalb der Schweiz befinden, dem Schweizer Datenschutz unterstehen und keinen externen Zugriffsmöglichkeiten aus anderen Rechtsräumen ausgesetzt sind (Stichwort US-CLOUD Act).

Europäische und regionale RZ-Anbieter verstehen sich dabei nicht als Konkurrenz zur Cloud, sondern als sinnvolle Ergänzung. In der Praxis setzt sich zunehmend eine hybride Strategie durch: Welche Infrastruktur genutzt wird, hängt stark davon ab, wie kritisch und sensibel die jeweiligen Daten sind und wie hoch der Bedarf an Kontrolle ausfällt.

Geschäftskritische Informationen oder KI-Workloads, bei denen die Transparenz und Nachvollziehbarkeit entscheidend sind, sollten im eigenen Rechtsraum verbleiben. Standardisierte Anwendungen oder temporäre Zusatzkapazitäten lassen sich hingegen über Hyperscaler abdecken. Entscheidend dabei ist eine klare Datenstrategie: definierte Klassifikationen, nachvollziehbare Ausstiegsszenarien sowie technische Schnittstellen.

Rechtliche Klarheit und Datenkontrolle

Besonders relevant sind regionale Rechenzentren für Daten mit erhöhtem Schutzbedarf, etwa personenbezogene Informationen oder zentrale Unternehmensdaten aus ERP-, Finanz- oder Produktionssystemen. Auch Systeme mit hohen Anforderungen an Verfügbarkeit oder Latenz profitieren von einer Infrastruktur in geografischer Nähe. Hinzu kommen Daten, die regulatorischen Vorgaben auf nationaler oder europäischer Ebene unterliegen. Unternehmen sollten ihre Daten deshalb systematisch segmentieren und nach Kriterien wie Sensibilität, Relevanz, Governance-Anforderungen und Compliance-Risiken strukturieren.

Gerade für KMUs, aber auch für grössere Organisationen wird Colocation zunehmend zur attraktiven Option. Eigene Serverräume im Unternehmen zu betreiben, ist mit erheb­lichen Investitionen verbunden, insbesondere, wenn Anforderungen an physische Sicherheit, Energieversorgung, Kühlung und Redundanz erfüllt sein müssen.

Diese Anforderungen zeigen sich je nach Branche in unterschiedlichen Bereichen. In Pharma und Biotech geht es beispielsweise um den Schutz sensibler Forschungs- und Entwicklungsdaten, klinischer Daten und geistigen Eigentums. In der industriellen Entwicklung und Produktion stehen hingegen Produktionsdaten, Konstruktionspläne, Betriebsgeheimnisse und vernetzte Systeme im Fokus. Für öffentliche Institutionen, das Gesundheitswesen und Versicherungen sind wiederum personenbezogene und besonders schützenswerte Daten sowie regulatorische Vorgaben zentral. Eine souveräne Infrastruktur muss deshalb nicht nur technisch leistungsfähig sein, sondern zur jeweiligen Datenlandschaft, Risikosituation und Compliance-Anforderung eines Unternehmens passen.

Nähe schafft Vertrauen

Regionale Anbieter punkten mit klaren Gerichtsständen, transparenter Governance und physischer Nähe, was Audits, Incident-Response und langfristige Planung deutlich vereinfacht. Unternehmen mit hochsensiblen Daten entscheiden sich darum immer öfter für eine Infrastruktur auf Schweizer Boden. Neben der Datensouveränität sind auch Nachhaltigkeit (100 Prozent erneuerbare Energien) sowie Tier-3-Standards (Verfügbarkeit von 99,999 Prozent) garantiert.

Die Schweiz gilt zudem als einer der weltweit strengsten und zugleich zuverlässigsten Standorte für die Einhaltung des Datenschutzes. Klare rechtliche Rahmenbedingungen und stabile Institutionen sorgen für eine hohe Rechtssicherheit. Für Unternehmen bedeutet das nachvollziehbare Compliance-Strukturen, geringere juristische Risiken und eindeutig geregelte Verantwortlichkeiten. Gerade für stark regulierte Branchen ist diese Nähe ein entscheidender Faktor, etwa bei Audits, Sicherheitsüberprüfungen oder Notfallübungen.

Digitale Souveränität bedeutet:

  • Kontrolle über alle Daten, Zugriffe und Schlüssel.
  • Transparenz, wo welche Daten liegen und wer darauf zugreifen kann.
  • Jederzeit die Handlungsfähigkeit haben, um Anbieter zu wechseln oder Workloads zu verlagern.
  • Rechts- und Compliance-Sicherheit (DSGVO, ­Branchen-Regulatorik, extraterritoriale Zugriffe).
  • Eine Cloud-Strategie, die diese Dimensionen technisch, organisatorisch und vertraglich abdeckt.
« Es muss klar geregelt sein, wo Workloads betrieben werden »

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