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NorthC installiert in Groningen die erste Notstromanlage Europas, die mit grünem Wasserstoff betrieben wird

NorthC, das größte regionale Rechenzentrumsunternehmen in den Niederlanden, unternimmt einen wichtigen neuen Schritt in Richtung weiterer Verbesserungen der Nachhaltigkeit.

Die Anlage des Unternehmens in Groningen im Norden der Niederlande wird das erste Rechenzentrum in Europa sein, das Brennstoffzellen installiert, die mit grünem Wasserstoff (H2) betrieben werden. Dies wird zu einer erheblichen Verringerung der CO2-Emissionen führen. NorthC untersucht, ob diese Wasserstofftechnologie auch in den anderen Rechenzentren des Unternehmens zum Einsatz kommen kann.

Es wird heftig über die Nachhaltigkeit von Rechenzentren debattiert. Der Energieverbrauch ist ein entscheidender Faktor, aber gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Serviceleistungen von Rechenzentren. Das dafür erforderliche Wachstum kann nur nachhaltig erreicht werden, indem man sich mit alternativen Energieformen beschäftigt. Die europäische Rechenzentrumsbranche hat sich darauf geeinigt, auf vollständig klimaneutralen Betrieb bis 2030 hinzuarbeiten. Wasserstoffzellen sind eine vielversprechende Technologie, um dieses Ziel zu erreichen.

Notstromanlagen
Rechenzentren verfügen in der Regel über mehrere Notstromaggregate, die mit Diesel betrieben werden, um die Verfügbarkeit der digitalen Serviceleistungen, auf die unsere Gesellschaft angewiesen ist, im Falle eines Stromausfalls zu gewährleisten. Obwohl diese Dieselgeneratoren eigentlich nur selten benötigt werden, sollten sie in regelmäßigen Abständen – auf monatlicher Basis – auf ihre ordnungsgemäße Funktionstüchtigkeit hin überprüft werden. Dieser Prozess führt zum Verbrauch von Dieselkraftstoff, und bei der großen Anzahl von Notstromaggregaten in allen Rechenzentren, die unser Land zählt, ist das eine beträchtliche Menge an Diesel.

Das 500 KW-Wasserstoffzellenmodul, das im neuen Rechenzentrum von NorthC in Groningen installiert wird, wird jährlich Zehntausende von Litern Diesel einsparen. Die Verbrennung dieser Dieselmenge würde mehr als 78.000 Kilogramm (78 Tonnen) CO2 ausstoßen. Das entspricht 24 Autos, die ein Jahr lang die durchschnittliche Kilometerzahl eines Niederländers (32 km täglich) zurücklegen, oder 20.000 Smartphones, die ein Jahr lang täglich aufgeladen werden. Bei der Verbrennung von grünem Wasserstoff wird lediglich Wasser (H2O) freigesetzt. Bei Bedarf können zusätzliche Wasserstoffmodule hinzugefügt werden.

„Die Rechenzentrumsbranche trägt die Verantwortung dafür sicherzustellen, dass wir so nachhaltig wie möglich operieren. So werden beispielsweise alle unsere regionalen Rechenzentren vollständig mit Ökostrom betrieben. Darüber hinaus engagieren wir uns aktiv für weitere Nachhaltigkeitsinitiativen, wie etwa Projekte, bei denen die Restwärme unserer Rechenzentren zur Beheizung von Häusern und Unternehmen in der Umgebung genutzt wird. Ein bedeutender nächster Schritt ist die Umstellung von Notstromaggregaten, die mit Diesel betrieben werden, auf nachhaltige Alternativen. Wir glauben, dass grüner Wasserstoff in dieser Hinsicht die besten Möglichkeiten bietet und sind daher eine Partnerschaft mit Neidsack eingegangen – einem der Vorreiter auf dem Gebiet der großen Wasserstoffzellen“, so Jarno Bloem, COO bei NorthC Datacenters.

Lebenszyklus: mindestens 20 Jahre
Die Wasserstoffzellen, die im Rechenzentrum in Groningen installiert werden, sind kostspieliger als herkömmliche Generatoren, die mit Diesel betrieben werden. Allerdings wird erwartet, dass die Kosten aufgrund der rasch steigenden Kraftstoffpreise und da Entwicklung und Wachstum des Wasserstoffsektors fortschreiten – insbesondere in der Region Groningen – rasch sinken werden. Ferner haben die Wasserstoffzellen einen äußerst langen Lebenszyklus von mindestens 20 Jahren. NorthC untersucht, ob es machbar und kosteneffizient ist, bereits vorhandene, mit Diesel betriebene Generatoren für den Betrieb mit Wasserstoff umzurüsten. Obwohl dies weniger effizient ist als Wasserstoff-Brennstoffzellen, die H2 direkt in elektrische Energie umwandeln, würde es die Emissionen um mehr als 80 % reduzieren und weiter zur Nachhaltigkeit beitragen.

„Mit diesen Wasserstoffzellen verfügt unser Rechenzentrum in Groningen über eine europaweit bislang noch nie da gewesene Notstromversorgung. Wir werden nun untersuchen, ob wir diese Technologie auch in unseren anderen Rechenzentren einsetzen können, anfänglich hauptsächlich in neuen Niederlassungen oder bei Erweiterungen bereits vorhandener Niederlassungen. Das ultimative Ziel ist natürlich die Nutzung von grünem Wasserstoff als primäre Energiequelle, aber das ist noch ein Thema für die Zukunft. Eine wichtige Voraussetzung ist ein Rückgang der Kosten für Wasserstoff. Dies erfordert Subventionen und eine Aufstockung des Umfangs. Aber angesichts der enormen Vorteile, die diese Energieform bietet, bin ich überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist“, folgert Bloem.

Die Wasserstoffzellen in Groningen werden voraussichtlich Mitte Juni betriebsbereit sein.